Andacht

Liebe Leserin, lieber Leser!
Es gibt etwas zu feiern!
30 Jahre Mauerfall. Solange ist es her, dass die innerdeutsche Grenze geöffnet wurde. Für die Tauperlitzer Gemeinde war dies bewegend, zumal die Nähe zur Grenze viele Besucher aus der Noch-DDR brachte. Horst Sindermann, ehemaliger Vorsitzende des DDR-Ministerrates, sagte rückblickend: „Wir haben mit allen gerechnet, nur nicht mit
Kerzen und Gebeten.“ Es war die Sehnsucht nach Frieden und Freiheit, die sie ins Gebet und auf die Straße trieb.

60 Jahre Erlöserkirche. Schon lange vorher trafen sich Christen zu Bibelstunden und Gottesdiensten. Sie hatten Sehnsucht nach Gottes Wort und Gemeinschaft, nach Gottesdiensten in einer eigenen Kirche. Diese Sehnsucht trieb sie ins Gebet, lies sie planen und handeln und mit anpacken beim Bau der Erlöserkirche.
Sehnsucht bewegt Menschen. Sie setzt Kräfte frei, die sonst nicht da wären.


 

Sogar Gott hat Sehnsucht. Er ist voller Sehnsucht nach uns Menschen. „Wo bist du?“ – das ist die erste Frage Gottes an den Menschen. Vorher hat Gott die Welt geschaffen. Den Menschen schuf er zu seinem Ebenbild! Was für eine Würde durch Gott! Menschenwürde! Zuletzt verleiht Gott noch sein Qualitätsprädikat: „Siehe, es war sehr gut!“ Doch der Mensch ging eigene Wege, brach die Regeln, hat sich von Gott losgesagt. Aber Gott bleibt am Ball. Er sucht das Gespräch. Er sucht den Menschen. „Wo bist du?“ So fragt Gott auch heute noch: Wo bist du?

Ich lade sie ein, dieser Frage nachzugehen und damit Gott selbst kennenzulernen. Seine Sehnsucht ist die Sehnsucht des Vaters, der auf seinen Sohn wartet. Und wenn der nach langer Zeit zurückkommt, dann hält der Vater keine Schimpftirade, sondern seine offenen Arme empfangen seinen Sohn. (Sie können dies im Lukasevangelium, Kapitel
15 nachlesen!) So ist Gott. Er fragt, wo du bist. Und er freut sich, wenn du zu ihm kommst. Seine Sehnsucht sind wir.
Es grüßt Sie herzlich,
Ihr Pfr. Frank Knausenberger

Wochenspruch